Teilnahme
Erklärungen
Bei jeder Ausgabe verfolgt die Plattform das Ziel, das choreografische Erbe des modernen, zeitgenössischen und urbanen Tanzes vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute sichtbar zu machen, indem sie die künstlerische Arbeit nicht (semi) professioneller Tanzgruppen rund um Werke von Künstler:innen und Kompanien fördert. Sie schlägt eine Brücke zwischen Tanzschaffenden und nicht (semi) professionellen Gruppen sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das choreografische Erbe, die Weitergabe von Wissen und die Gewinnung neuer Publikumsgruppen stehen im Zentrum des Projekts.
Teilnahmebedingungen
- Das gewählte Werk wurde in der Schweiz geschaffen oder von einer/einem Künstler*in.
- Die/der seit mindestens 5 Jahren vor dem Datum des Nationalen Treffens in der Schweiz ansässig ist.
- Die Gruppe besteht aus mindestens 5 Personen (Ausnahmen je nach Projekt möglich).
- Die Teilnehmenden verfügen über Bühnenerfahrung.
- Die Neuinterpretation als Kurzstück überschreitet 18 Minuten nicht und bleibt so nah wie möglich am Original.
Projekte, die Inklusion berücksichtigen oder sogar in den Vordergrund stellen, sind selbstverständlich willkommen.
Entdecken Sie die zahlreichen bereits entstandenen Werke, indem Sie durch den dafür vorgesehenen Bereich navigieren. Jede Neuinterpretation wird im Detail mit Fotografien und Aufzeichnungen präsentiert.
Fair practices: Der Code of Conduct von Danse Suisse.
Ablauf
Die Projektidee stützt sich auf drei Achsen:
– die Sichtbarkeit des choreografischen Erbes,
– die Weitergabe historischen Wissens durch Tanzprofis,
– die kulturelle Teilhabe nicht professioneller Tänzer:innen auf der Bühne.
Am Anfang jedes Neuinterpretations-Projekts steht ein Originalwerk, das von einer/einem professionellen Künstler:in oder einer überwiegend in der Schweiz produzierenden Kompanie geschaffen wurde und dessen Uraufführung mindestens 5 Jahre vor dem Datum der öffentlichen Präsentation im Rahmen der Ausgabe stattgefunden hat. Die Neuinterpretation wird von der Tanzgruppe und ihrer Leitung unter der künstlerischen Verantwortung der/des Künstler:in erarbeitet – genannt Coach, aufgrund der beiden erforderlichen Kompetenzen Kreativität und Pädagogik –, die/der entweder die Urheberin bzw. der Urheber des Originalwerks ist oder eine als solche bzw. ein als solcher anerkannte Rechtsnachfolgerin bzw. anerkannter Rechtsnachfolger.
Die künstlerischen, dramaturgischen und pädagogischen Entscheidungen der Arbeit werden in Abstimmung und im Einklang mit der Zusammensetzung der Gruppe und ihrer Leitung getroffen, je nach frei wählbaren Parametern. Jedes Projekt war eine neue Konstellation und ein neues Abenteuer! Eine wichtige Teilnahmebedingung besteht darin, so nah wie möglich am Originalwerk zu bleiben. Da die meisten Originalwerke abendfüllende Stücke sind, ist der Übergang zum Format des Kurzstücks von maximal 15–18 Minuten oft der zentrale Punkt der dramaturgischen Entscheidungen.
Die nicht (semi) professionellen Gruppen setzen sich konkret mit einem Werk des choreografischen Erbes auseinander und erwerben Wissen durch direkte Erfahrung. Sie begegnen unterschiedlichen Bewegungssprachen, Techniken und künstlerischen Formaten und nutzen diese Erfahrungen, um ihre eigene künstlerische Arbeit zu bereichern. Tanzschaffende begleiten die Gruppen als Coachs bei der Neuinterpretation eines ihrer Werke. Sie geben ihr Wissen weiter und hinterfragen im gegebenen Rahmen ihre eigene Arbeit neu.
Die Plattform vergütet die Arbeit der Coachs mit maximal 60 Arbeitsstunden zu 100 CHF pro Stunde, entschädigt die Projektleitungen und finanziert das Nationale Treffen im Juni als professionelles Event: Vorbereitung, Bühnentechnik, Kommunikation, Regie. Sie empfängt alle Gruppen je nach Entfernung zum Austragungsort der Ausgabe und organisiert gemeinsame Mahlzeiten sowie Feierabende nach den Premieren. Für die Teilnehmenden bedeutet dies ein intensives Eintauchen in die Welt des professionellen Tanzes mit Generalprobe und zwei Vorstellungen vor Publikum.
Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:
1– eine öffentliche Ausschreibung und die Auswahl von 4 bis 8 Projekten durch eine Jury;
2– die Erarbeitung der 15- bis 18-minütigen Neuinterpretationen während der Saison;
3– das Nationale Treffen als Höhepunkt, mit Bühnenpräsentationen, Austauschmomenten, einer von einem Programmheft begleiteten Ausstellung sowie im Vorfeld stattfindenden Workshops, die von Künstler:innen der Ausgabe geleitet werden.
Der Höhepunkt der Ausgabe ist der Austausch zwischen den Gruppen. Er findet am Sonntagvormittag statt und ermöglicht es jeder Gruppe, ihre Arbeit den anderen Gruppen zu zeigen. Das ist ein einzigartiger, seltener und aussergewöhnlicher Moment. 50 bis 70 Personen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Ausbildung stehen gemeinsam auf einer Bühne, hören einander zu und tauschen sich auch mittels getanzter Bewegung aus! Eine Essenz dessen, was nur der Tanz zu geben vermag.
Um der Plattform mehr regionale Sichtbarkeit zu verleihen, werden im Vorfeld der Ausgabe choreografische Workshops organisiert, die von den Künstler:innen, die ein Werk präsentieren, in ihrer Herkunftsregion geleitet werden. Sie sind kostenlos, partizipativ, inklusiv und ohne Vorkenntnisse für alle offen. Es handelt sich um eine seltene Gelegenheit zur direkten Begegnung und zum Austausch zwischen den Künstler:innen und dem breiten Publikum sowie um die Möglichkeit, die choreografische Praxis allein und in der Gruppe auszuprobieren.
Die Finanzierung jeder Ausgabe wird durch regionale und nationale öffentliche und private Institutionen sichergestellt. Die Mittelbeschaffung, je nach Ausgabe in zwei oder drei Sprachen, ist eine komplexe Arbeit, die ein tiefes Verständnis der unterschiedlichen Kulturförderstrukturen jeder Zielstadt oder -region erfordert. Wir sind all diesen zahlreichen und grosszügigen Unterstützungen zutiefst dankbar!
Dank eines breiten Netzwerks erzielt die Plattform nachhaltige Wirkungen. Sie richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, an Erwachsene und ältere Menschen, die Tanz oder Bewegung praktizieren, sowie an jene, die daraus einen Beruf machen möchten, an Tanzprofis, die sich für Wissensvermittlung und Rekonstruktion interessieren, sowie an ein tanzinteressiertes Publikum.
September 2026
Plattform danse danza tanz!
Erbe und Praxis / Tanz und Choreographie