The Chairman Dances
Oliver Dähler / Thalwil
Uraufführung 1999
Stadttheater Bern
Ballet Stadttheater
Musik: John Adams
The Chairman Dances (1985)
Orchester Stadttheater
Originalbesetzung
Choreografie: Oliver Dähler
Bühnenbild: Raphaël Barbier
Kostüme: Catherine Voeffray
Tanz: Roman Frischkencht, Christine Jaroszewski, Beatrice Mari, Kirsty Ross, David Romano, Markus Imhoof, Angela Kouznetsova, Sonia Bolani & Hasan Koru.
Neuinterpretation 2026
Ballet de l'Ambre, Delémont
Coach: Oliver Dähler
Projektleitung: Joëlle Prince
Einstudierung: Candice Bouduban
9 Tänzerinnen
15–30 Jahre
Ava Blanchard, Pauline Michel, Ludivine Stegmüller, Méline Rieder, Meryl Bürki, Emma Parziale, Téa Pedroza, Gaïane Cuttat & Candice Bouduban.
Texte
Oliver Dähler & Joëlle Prince
Technik
Zeitgenössisch Modern neo-Klassik
The Chairman Dances ist das zweite Stück, das Oliver Dähler für das Bern Ballett nach Les Contrastes (1997) unter der Leitung von Martin Schläpfer geschaffen hat. Diese Choreografie entstand im Rahmen von Schläpfers letztem Abend am Stadttheater Bern, bevor er in der Saison 1999/2000 nach Mainz wechselte und Félix Duméril die Leitung des Bern Ballett übernahm. Dähler blieb bis 2002 Ballettmeister und Choreograf beim Bern Ballett. Das Stück entstand in einer Phase des Umbruchs, des Abschieds und des Neuanfangs, die nicht nur die beteiligten Künstler, sondern die gesamte Truppe prägte. Es basiert auf der gleichnamigen Komposition The Chairman Dances von John Adams (1985), auch bekannt als Foxtrot for Orchestra. Das choreografische Konzept beruht auf der Darstellung eines schwebenden Quadrats, das als abgegrenzter Raum fungiert, in dem das Verhalten der Individuen erforscht wird. Die Bewegungen der Tänzer:innen symbolisieren das Wechselspiel zwischen Selbstbestimmung und dem Einfluss anderer. Dieser Raum gibt Anlass zu Begegnungen und Konflikten, die sowohl die individuellen als auch die kollektiven Dynamiken der Gruppe widerspiegeln.
Choreograph
Oliver Dähler
Er absolvierte seine Ausbildung an der Royal Ballet School in London. Anschliessend wurde er vom Royal Ballet of Flanders in Antwerpen sowie vom Ballett des Stadttheaters Bern unter der Leitung von Martin Schläpfer engagiert. Er arbeitete an diesem Theater sowie am Theater Luzern als Ballettmeister, Choreograf und Tanzvermittler. Er war Mitbegründer und Ko-Direktor des «atempo repertory dance ensemble» in Bern sowie mehrere Jahre lang künstlerischer Leiter von Chur tanzt. Bis heute hat er über 40 Choreografien geschaffen (unter anderem am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, am Stadttheater Bern, am Theater Luzern, beim Luzerner Festival und beim internationalen Tanzfestival Steps). Dazu zählen erzählende, von einem Orchester begleitete Ballette sowie ortsspezifische Performances.
Gruppe
Ballet de L’ambre
Das Ballet de l'Ambre, eine Jurassische Tanzkompanie, wurde 1988 mit professionellen Tänzer:innen gegründet und nimmt seit 1996 die besten Amateur-Elemente des Atelier de Danse Joëlle Prince auf. Neben der Gelegenheit, mit anderen professionellen Choreograf:innen zu arbeiten, konnten sich einige Tänzer:innen auch selbst in der Choreografie versuchen – womit gleichzeitig eines der weiteren Ziele von Joëlle Prince erfüllt wurde: ein qualitativ hochwertiges Umfeld zu bieten, das die Kreativität jedes und jeder Einzelnen fördert. Einige von ihnen wurden professionell tätig: Doriane Locatelli, Eugénie Rebetez, Kilian Hoffmeyer, Léa Jeambrum, Laura Hertzeisen. Das BA zählt 33 eigene Uraufführungen zu seinem Repertoire. Aktuell besteht es aus 13 Tänzerinnen im Alter von 15 bis 30 Jahren. Die Philosophie der Kompanie ist vor allem jene des Teilens, der Leidenschaft und der Offenheit, in der sich alle Strömungen des zeitgenössischen Tanzes begegnen.
Neuinterpretation
Die Neuinterpretation lässt sich von den Prinzipien des Originalwerks inspirieren und erforscht die Spannungen zwischen Selbstbestimmung und äusseren Einflüssen in einem begrenzten Raum. Sie hinterfragt die Auswirkungen von Kontrollregimen, Überwachung und inneren Konflikten auf die individuelle Freiheit. Der kreative Prozess würdigt die Fähigkeiten und die Kreativität der Teilnehmenden. Durch Workshops und Übungen kann sich jede Stimme ausdrücken, und es entsteht ein Raum für Experimentierfreude und persönliche Entfaltung. Die minimalistische, von John Adams inspirierte Musik strukturiert die Arbeit und schafft ein Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos, in dem Rahmenstrukturen die Bewegung tragen oder bewusst gebrochen werden können, um Freiheit und Autonomie zu behaupten. Das Ganze zielt darauf ab, die Komplexität menschlicher Interaktionen und die Herausforderungen der Selbstbestimmung sichtbar zu machen.