La haine de la musique

Philippe Saire / Lausanne

© Mario del Curto

Uraufführung 2000

Luzerner Theater
Compagnie Philippe Saire

Originalbesetzung

Choreografie: Philippe Saire
Tanz: Nabih Amaraoui, Marion Ballester, Matthieu Burner, Manuel Chabanis, Anne Delahaye, Hideto Heshiki, Sun-Hye Hur, Annalisa Niero, Nicholas Pettit, Madeleine Piguet, Corinne Rochet
Musik: Arthur Besson, Philippe de Rham
Bühnenbild und Lichtgestaltung: Jean-Marie Bosshard
Kostüme: Anna Van Brée
Video: Enrique Fontanales

Neuinterpretation 2023

A+O Tanz
Brig
Coach: Philippe Saire
Projektleitung: Jeannette Salzmann
8 Tänzerinnen
18–54 Jahre
Alessia Zuber, Amélie Albrecht, Alice Zenklusen, Georgina Mermod, Jeannette Salzmann, Livia Sarbach, Nathalia Elsig, Susanna Meola.

Texte

Philippe Saire
Jeannette Salzmann

Philippe Saire
A+O TANZ

Technik
Zeitgenössisch

Die Musik. Woher kam sie zu uns? Sie entspringt dem Inneren unseres Körpers, unseren inneren Lebensrhythmen, sie ist uns wesentlich. Sie gehörte uns. Über Jahre hinweg haben wir mit ihr unsere Beziehungen zu Kreativität, Virtuosität und Zugehörigkeit entwickelt. Sie wurde uns gestohlen. Wir haben uns selbst die Musik gestohlen, und es ist ein Teil von uns, der uns fehlt. So wie uns auch die untrennbar damit verbundene Stille fehlt. La haine de la musique ist ein starkes Stück. Ein Bruch zwischen dem, was wir gewohnt sind zu hören, und dem, was wir gewohnt sind zu sehen. Ein schillernder Schock, aus dem eine neue Wahrnehmung entsteht: die Farbe der Klänge, die aus dem Körper der Tänzer*innen entstehen. Magische Momente: wenn die Stille zur Musik des Körpers wird, wird die Musik des Körpers zur Stille. Während das Gehör das Geräusch einfängt, folgt der Blick dem Tanz.

Choreograf
Philippe Saire

Als bedeutende Figur des zeitgenössischen Tanzes in der Schweiz hat Philippe Saire bis heute rund dreissig Stücke geschaffen, Performances, Kurzfilme und Workshops nicht mitgezählt. Seine vielfältigen Interessen richten sich auf die bildende Kunst, das Theater und das Kino. Diese Disziplinen durchdringen seine choreografischen Werke, oft intensive Arbeiten mit ziselierter Umsetzung. Seine verschiedenen pädagogischen Tätigkeiten führten ihn dazu, eine Arbeitsweise zu entwickeln, die Text und Bewegung in Inszenierungen verwebt, die sich vom strikten Rahmen des Tanzes entfernen, um sich dem Theater zuzuwenden. So inszenierte er Angels in America von Tony Kushner und, jüngeren Datums, Orphelins von Dennis Kelly. Er unterrichtete an der Manufacture – Haute école des arts de la scène de Suisse romande. Die Compagnie Philippe Saire wurde 1986 gegründet. Er leitete das Théâtre Sévelin 36 von 1995 bis 2022 und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen in der Schweiz und in Frankreich.

Gruppe
A+O Tanz

Die Gruppe der Tanzschule führt verschiedene Tanzprojekte durch. Sie vereint Tänzerinnen, die seit Jahren tanzen. Die verschiedenen Facetten des Tanzes werden von der Gruppe geschätzt und gefördert. Die Teilnehmerinnen stammen aus der Schule und haben bereits gemeinsam verschiedene Projekte erlebt.

Die Gruppe hat an den ersten beiden Ausgaben der Plattform in unterschiedlichen Konstellationen teilgenommen:

Ausgabe 2019
SISMOGRAPHES
Félix Duméril, 2004

Ausgabe 2022
SIAMESE
Kurt Dreyer, 1993

Neuinterpretation

Philippe Saire arbeitet mit der Gruppe in Blöcken von zehn Wochenenden. In der Zwischenzeit probt die Gruppe wöchentlich unter der Leitung von Jeannette Salzmann das Gelernte und hält es bis zur nächsten Probe lebendig. Die im Kanton Wallis lebenden Tänzerinnen können die Bewegungssprache von Philippe Saire in ihrem eigenen Körper erfahren. Sie fügen sich darin ein, und das Projekt beeinflusst so nachhaltig die Tanzsprache und das Tanzverständnis der Gruppe. Das Hauptthema des Originalstücks – die Beziehung zur Musik, ihre Präsenz – wird intensiv mit der Gruppe erarbeitet. Das choreografische Material des Originals wird in den Körper der Tänzerinnen übertragen und an ihr Können, ihre Wünsche und ihre Möglichkeiten angepasst. Einige Sequenzen öffnen den Raum für persönliche Bewegungen in der Improvisation. Die Freude am Zusammensein und diese Gelegenheit, gemeinsam in einem professionellen Kontext zu arbeiten, sind starke Antriebskräfte dieses choreografischen Projekts.

Fotos 2023 Sabine Burger
Videoaufnahme 2023 Ehret Media

Impressionen