Un instant… encore

Noemi Lapzeson (1940-2018) - Marcela San Pedro / Genf

Un instant 1991 © Daniel Pittet

Uraufführung 1991

Théâtre de l'Alhambra
Genf

Vertical Danse
Noemi Lapzesson

Originaltitel:
Hommage à Martha Graham, un instant
Transmission Marcela San Pedro

Originalbesetzung

Choreografie, Tanz und Stimme: Noemi Lapzeson

Kostüme: Crista de Carouge
Musik: Bach und Tonaufnahme der Stimme der Autorin (1991)

Auszug aus «Unser Bedürfnis nach Trost ist unstillbar» von Stig Dagerman

Neuinterpretation 2023

Danser un instant
Genf
Coaching: Marcela San Pedro
Projektleitung: Lavinia Johnson

16 Tänzerinnen, 1 Tänzer
19–64 Jahre

Nilima Changkakoti, Pauline Saraiva, Eugenia Toro Pessina, Chiara Cioni, Amanda Monroe, Roksolana De Lucia, Eléonore Gür, Louise Plassard, Juliette Reflé, Cassie Guerry, Ekin Arikök, Amélie Fourcade, Mona Bornicchia, Dorra Sayari, Piluca Christin, Inès Rezki, Alexia-Noémie Bordet, Mélanie Rappo, Lavinia Johnson.

Im Rahmen und unterstützt von
Activités culturelles der Universität Genf


Texte

SAPA
Marcela San Pedro

SAPA
UNIGE
Le Ciel production

Technik
Martha Graham

Un instant gehört zu den prägenden Werken im Repertoire der Choreografin Noemi Lapzeson. Das Stück «Hommage à Martha Graham» ist ursprünglich ein Solo, dessen Besonderheit darin besteht, dass es auf einem Stuhl getanzt wird. Seit 2000 regelmässig wiederaufgenommen, wurde das Solo für mehrere Tänzer*innen neu interpretiert. Dieses Stück zu tanzen, ist eine wunderbare Möglichkeit, Lapzesons choreografischer Sprache zu begegnen und ihre pädagogische Methode kennenzulernen, die sie in über 50 Jahren Praxis und Unterricht entwickelt hat.


Noemi Lapzeson (1940-2018)

In Buenos Aires geboren und seit 1980 in Genf ansässig, studierte sie an der Juilliard School in New York, bevor sie Solistin der Martha Graham Company wurde. Als grosse Figur des zeitgenössischen Tanzes hat sie mehrere Generationen von Tänzerinnen und Tänzern inspiriert. 1986 war sie Mitbegründerin der Association pour la danse contemporaine (ADC); drei Jahre später gründete sie ihre eigene Compagnie Vertical Danse, die erste unabhängige Tanzcompagnie Genfs. 2017 erhielt sie den Schweizer Grand Prix Tanz.

Choreografin

Marcela San Pedro

Geboren in Santiago de Chile, Absolventin der Folkwang Hochschule, Tänzerin, Choreografin und Regisseurin. Sie lässt sich 1995 in Genf nieder und wird 1999 künstlerische Leiterin von Le Ciel Productions. Von 1997 bis 2018 Interpretin bei Vertical Danse. Publikationen: Un corps qui pense : Noemi Lapzeson (MetisPresses, 2015), À la recherche des pas trouvés (mit N. Wagnières, 2019).

Gruppe

Danser un instant

Die Gruppe «Danser un instant» ist aus den Workshops hervorgegangen, die Marcela San Pedro im Rahmen der Activités culturelles der Universität Genf anbietet. Studierende, Alumni und ehemalige Schüler*innen fanden sich zusammen, getragen vom Wunsch, die Technik von Noemi Lapzeson und ihren Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz (neu) zu entdecken. Manche hatten noch nie getanzt, andere kannten Noemi Lapzeson nicht – doch alle fanden über die Choreografie von Un instant zueinander. Die Idee war, sich das Stück auf persönliche Weise anzueignen, sich dabei als Gruppe weiterzuentwickeln und das Werk gemeinsam neu zu erschaffen.

Neuinterpretation

Dieses Projekt liegt uns aus mehreren Gründen am Herzen. Erstens, weil – wie Mary Wigman es formulierte – nicht (semi)professionelle Tänzer*innen das Feuer des Tanzes in sich tragen; in ihrer Praxis liegt eine Form von Hingabe ohne jedes Kalkül, ohne jedes andere Interesse als die einfache und kraftvolle Lust am Tanzen. Diese Praktiken, getragen von der selbstlosen Liebe zum Tanz, vom Wunsch und Bedürfnis nach Bewegung und von der Neugier, die Möglichkeiten eines tanzenden Körpers zu erkunden, verdienen es, gefördert, sichtbar gemacht und geteilt zu werden. Zweitens, weil wir überzeugt sind, dass die Praxis des zeitgenössischen Tanzes in jeder Hinsicht bereichernd ist: für den Körper, für den Geist, für das Wohlbefinden jeder und jedes Einzelnen und für das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein und dabei man selbst zu bleiben. Und schliesslich, weil es uns unerlässlich erscheint, das Werk von Noemi Lapzeson lebendig zu halten.

Fotos 2023 Sabine Burger
Videoaufzeichnung 2023 Ehret Media

Impressionen