LEITFADEN FÜR DIE EINREICHUNG EINES PROJEKTS
Bevor Sie Ihr Projekt einreichen, lesen Sie bitte diesen Leitfaden aufmerksam. Dieser Aufruf betrifft die Teilnahme an der 5. Ausgabe, die am 17. und 18. Juni 2028 in der GROSSEN HALLE in Bern stattfindet. Die JURY findet am 13. Mai 2026 statt, die Ergebnisse gleich am 14.05 kommuniziert und die definitive bestätigte Auswahl am 13. Juni 2026 während der 4. Ausgabe bekanntgegeben. Es werden fünf bis sechs Gruppen ausgewählt, von denen +/- die Hälfte aus der Region Bern stammen sollte.
KONTEXT
Alle zwei Jahre bieten wir nicht (semi) professionellen Gruppen die Möglichkeit, während einer Saison an einer Neuinterpretation eines bedeutenden Werkes aus dem Repertoire eines/r Künstlerin oder einer Kompanie zu arbeiten. Diese Arbeit wird vom/der Autorin oder den Rechteinhaberinnen in einem semi-professionellen Kontext geleitet und als Kurzstück von maximal 15/20 Minuten zwei Mal vor Publikum am nationalen Treffen am Saisonende präsentiert. Betroffen ist hier das Erbe des künstlerischen Bühnentanzes, geschaffen vor etwas mehr als 100 Jahren, allgemein als «modern» und «zeitgenössisch» bezeichnet, inklusive Urbandance und Hip-Hop, sowie weitergehend Flamenco und Tango. Die fünf bis sechs Kurzstücke werden zusammen als ein Stück präsentiert. Jede Ausgabe, zusätzlich dazu, vergangene Werke wiederzuentdecken, ist ein besonderer Treffpunkt rund um Tanz- und Choreographiepraktiken, eröffnet Austauschmöglichkeiten zwischen den Teilnehmer*innen, mit dem Publikum und für alle kulturellen Akteur*innen, die involviert sind oder mit wirken möchten. Im Vorfeld der nationalen Begegnung bieten wir eine Serie unseres Formats «Workshop Choreographie» für das Publikum an, geleitet von Choreograph*innen, die ein Stück vorstellen.
INHALTE
Kühne, originelle und innovative Vorschläge, auch in der Zusammensetzung der Gruppen, haben die besten Chancen, aber alle Vorschläge werden geprüft. Besonders willkommen sind Projekte aus ländlichen Regionen, Projekte, die Neuinterpretationen sehr alter Werke vorschlagen, sowie Vorschläge, die in situ präsentiert werden können. Zum ersten Mal ist der Aufruf auch offen für Gruppen, die Volks- und traditionelle Tänze, Welt-Tänze aus der Schweiz und dem Ausland praktizieren. Projekte aus Deutschland oder Österreich können unter besonderen Bedingungen eingereicht werden. Aufgrund des Profils des Theaters, in dem die Ausgabe stattfindet, integriert in die REITHALLE, sind bestimmte Projektprofile besonders willkommen, insbesondere solche, die gängige Gesellschafts- und Machtformen hinterfragen, verschiedene Menschen und ihre Anliegen zusammenbringen und Verbindungen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen schaffen.
BEDINGUNGEN
Die Choreograph*innen werden für das Coaching mit 6’000 CHF vergütet, entsprechend 60 Arbeitsstunden à 100 CHF/Stunde, plus Arbeitsstunden während der Ausgabe mit 500 CHF. Die Leitungen der Gruppen erhalten eine Entschädigung, die abhängig von der Finanzierung der Ausgabe festgelegt wird. Unsere Zusammenarbeit wird durch einen detaillierten Vertrag formalisiert, der von allen Parteien (Gruppe, Coach und danse, danza, tanz!) unterzeichnet wird. Wir unterstützen und begleiten den reibungslosen Ablauf der Neuinterpretationen und garantieren ein professionelles nationales Treffen von hoher Qualität. Eine Broschüre und eine Ausstellung der Werke werden dem Publikum und den Gruppen angeboten. Eine fotografische und professionelle Video-Dokumentation wird erstellt, den Gruppen übergeben und umfassend in unserer nationalen Kommunikation verwendet.
WER KANN TEILNEHMEN
– alle Gruppen, die noch nicht an einer Ausgabe teilgenommen haben
– Gruppen aus Tanz, Theater, Performance, Zirkus, traditionellem Tanz, Sport und kulturellen Aktivitäten
– eine Gruppe kann ad hoc oder in einer Schule, Universität, Institution oder kulturellen Vereinigung integriert sein und muss zwingend von einer juristischen Person (Verein, Institution, Unternehmen) gedeckt sein
– eine Gruppe besteht aus mindestens fünf und höchstens zehn bis zwölf Personen, mindestens 6/8 Jahre alt, nicht (semi) professionell und in der Schweiz wohnhaft, mit Bühnenerfahrung, nach Möglichkeit in der Gruppe. Ein bis zwei professionelle Mitglieder können unter nicht-professionellen Bedingungen integriert werden
– die Gruppe wird von einer Projektleitung vertreten, die als Kontaktperson gegenüber der Plattform fungiert
– die Gruppe verfügt über einen geeigneten Ort für Kreation und Proben und ist entsprechend versichert
ZEITPLAN
30. APRIL 2026 – Einreichung der endgültigen Projekte
13. MAI 2026 – Jury-Sitzung, anschliessend Entscheid und Bestätigung der ausgewählten Gruppen
MAI/JUNI 2026 – Unterzeichnung der Bestätigungen, Zusammenstellung der Dossiers für Finanzierungsanträge
JULI–NOVEMBER 2026 – Einreichung nationaler und regionaler Finanzierungsanträge
JUNI 2027 – endgültiges Budget und Programm
AUGUST 2027 – JUNI 2028 – Arbeit der Gruppen und Choreograph*innen an den Neuinterpretationen, jede Gruppe entscheidet ihr Arbeitstempo und verteilt die Arbeit optimal über mehrere Monate
17./18. JUNI 2028, Grosse Halle Bern – 5. Ausgabe von danse, danza, tanz!
PROJEKT EINREICHEN
1. Schritt: Sie kontaktieren uns, sobald Sie eine Idee haben, Sie teilen uns Ihre Absichten und den Stand der Vorbereitungen mit.
2. Schritt: nach unserer Rückmeldung erhalten Sie den Link zum Formular für die Projekteinreichung
– das Projekt muss von der Gruppe eingereicht werden, nachdem das schriftliche und unterzeichnete Einverständnis des/der Autorin bzw. der Rechteinhaberinnen des Werkes vorliegt, mit Angabe der genauen Teilnahmebedingungen und Verzicht auf Urheberrechte ausser den SSA-Aufführungsrechten
– sind Sie der/die Choreograph*in und haben eine Gruppe oder Schule gewählt, mit der Sie arbeiten möchten, erfolgt die Einreichung durch die Gruppe nach Abschluss einer Vereinbarung zwischen euch.
INSPIRATION
Zur Unterstützung Ihrer Vorgehensweise und Wahl stellen wir Ihnen auf der entsprechenden Seite folgendes Material zur Verfügung:
– Liste möglicher Werke, von den Autor*innen validiert, offene Liste ohne Ausschluss
– Liste der Neuinterpretationen seit 2019
– Vollständige Dokumentation der Projekte der drei Ausgaben mit Links zu den Aufnahmen
– Verschiedene Links zu Videos und Webseiten über das Erbe und die Arbeit der Choreograph*innen
DAS GEWÄHLTE WERK
– in der Schweiz geschaffen und aufgeführt von professionellen Choreograph*innen, die in der Schweiz tätig waren oder sind, frühestens am 17. Juni 2023
– künstlerisches Interesse nachweisbar (z. B. Presseartikel), kann für ein kurzes Format von 15–20 Minuten mit wenigen oder keinen szenischen Besonderheiten (Dekor, Licht) adaptiert werden
– Live-Musik möglich
– für bei der SSA registrierte Werke werden Aufführungen deklariert und zum Spezialtarif vergütet
Für Gruppen mit Welt- oder Volks-Tänzen aus der Schweiz und dem Ausland:
– zeitgenössische Choreographie rund um einen traditionellen Tanzkorpus
– die Kriterien sind dieselben wie für die anderen Gruppen
DIE/DER CHOREOGRAPH*IN
– ist entweder Autor*in des Werkes oder eine Person mit anerkannten künstlerischen Rechten oder Kompetenzen
– verfügt über Kompetenzen in kultureller Vermittlung und wird als Coach der Neuinterpretation eingesetzt
– verantwortlich für künstlerische und pädagogische Entscheidungen in Harmonie mit der Gruppe und ihren Teilnehmer*innen
– Intensität der Beteiligung der Gruppe am künstlerischen Prozess frei wählbar
– Möglichkeit, vor der Ausgabe einen Choreographie-Workshop anzubieten
ARCHIVIERUNG
Wir ermutigen alle Choreograph*innen mit anerkannten Werken, ihre Arbeiten bei der SAPA – Schweizerisches Archiv des darstellenden Künst einzureichen: www.sapa.swiss
NEUINTERPRETATION
Eine Neuinterpretation ist die Wiederaufnahme eines bestehenden Werkes, möglichst nah am Original. Sie wird an die Gruppe angepasst, die das Werk interpretiert. Grundsätzlich steht der künstlerische und choreographische Fokus im Vordergrund. Die Wahl künstlerischer und pädagogischer Entscheidungen liegt beim/bei der Künstler*in als Coach. Das Niveau der kulturellen Beteiligung ist frei wählbar. Projekte mit echter kultureller Partizipation müssen entsprechend deklariert und besonderen Regeln folgen.
DOKUMENTATION
Parallel zur Kreation und Probe führen die Gruppen eine persönliche Reflexion zum Werk und ihrem Neuinterpretationsprozess durch. Sie können diese Dokumentation am Sonntagmorgen während des Gruppenaustausches am nationalen Treffen frei präsentieren.
WAS WIR BIETEN
– Finanzierung der Arbeit der Coach*innen für 60 Stunden à 100 CHF/h (maximal 6’000 CHF pro Projekt)
– Pauschale Entschädigung für die Arbeit der Projektleitung, abhängig von der Höhe der Finanzierung
– Vollständige Finanzierung jeder Ausgabe: Kommunikation, Licht, Technik und zwei gemeinsame Mahlzeiten
– Produktion von Flyern, Plakaten, Broschüre, Ausstellung der Projekte auf Tafeln im Foyer des Theaters
– Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten für Gruppen mit Herkunft ausserhalb von Bern
WAS SIE MITBRINGEN
– eine Gruppe von nicht (semi) professionellen Teilnehmer*innen, motiviert unter semi-professionellen Bedingungen mit einer/m Choreographen/in zu arbeiten, und die über eine bestätigte Bühnenerfahrung verfügt
– pädagogische und/oder vermittlerische Kompetenzen der Gruppenleitung
– ein fixer, geeigneter Ort für die Kreation und Proben der Reinterpretation
FINANZIERUNG
Die Plattform wird von öffentlichen und privaten Institutionen, national und regional, je nach ihrer Legitimität in der Kulturlandschaft, insbesondere im Bereich der aktuellen Tanzpraktiken, finanziert. Finanzierungsanträge können sowohl für die gesamte Ausgabe als auch für einzelne Projekte gestellt werden. Nach fast 10 Jahren Bestehen und 4 durchgeführten Ausgaben (d.h. in der Umsetzung) kann die Plattform auf solide Erfahrung zurückblicken, national und regional gut anerkannt und auf verlässliche Unterstützungen zählen. Die Qualität der ausgewählten Projekte ist die Grundlage einer erfolgreichen Finanzmittelbeschaffung.
PROZESSDOKUMENTATION
Jede Gruppe muss in der Lage sein, ihre Arbeit den anderen Gruppen während des Gruppenaustausches am Sonntagmorgen des nationalen Treffens zu präsentieren. Zu behandelnde Punkte:
– wie verlief der Austausch mit der/dem Coach und welche Entscheidungsfreiheit wurde für das Werk eingeräumt?
– welche Verständnisentwicklung zum choreographischen Arbeiten gestern und heute wurde erreicht?
– wie wird die vergangene Tanzgeste heute und morgen verstanden?
– was bedeutet Repertoire und tänzerisches Erbe
– betreffend Coach: wie entwickelte sich die Beziehung zwischen Neuinterpretationsprozess und originalem Schaffensprozess, und welchen Beitrag leistete die Arbeit mit nicht (semi) professionellen Teilnehmer*innen
JURY
Die Jury besteht aus Personen, die bereits mindestens an einer vorherigen Ausgabe teilgenommen haben:
– Nicole Voyat: Direktorin der Tanzschule NIVO, Tänzerin, Choreografin, Tanzlehrerin, Bern
– Félix Duméril: Tänzer-Choreograph, Tanzlehrer, Co-Leiter T42dance, Bern
– Agata Lawniczak: Tänzerin, Choreographin, Tanzlehrerin, u.a. AKAR, NWT, Bern
– Marc Ugolini alias SlimSpin: Tänzer, Choreograph, Kulturvermittler, Kompanie Capsule, BielDie Leitung der Jury (ohne Stimmrecht) übernimmt Toma Péronnet, Präsidium und Koordination der Plattform danse, danza, tanz!, Architekt-Kultur und Pädagoge der Methode von Rosalia Chladek.
AUSGABE UND TREFFEN
Die gesamte Ausgabe, vom Aufruf bis zur Begegnung, wird professionell durchgeführt und detailliert begleitet. Das nationale Treffen, Abschluss der Ausgabe mit den Aufführungen werden fotografisch und videografisch dokumentiert, die Unterlagen werden den Teilnehmer*innen als Anerkennung für ihre Arbeit übergeben. Es wird zudem eine Broschüre mit Projektinformationen und eine Ausstellung der Werke dem Publikum und den Gruppen angeboten. Die persönliche Erfahrung des Prozesses durch jeden Einzelne*n sowie das Verständnis des choreographischen Werkes im Kontext finden ihren Ausdruck beim Gruppenaustausch am Sonntagmorgen. Die fünf bis sechs Neuinterpretationen werden als ein einziges Werk von 100 bis 120 Minuten präsentiert. Daniel Tschanz gestaltet und betreut Licht und Bühne für das Gesamte. Jede kurze Aufführung kann zwei bis drei spezielle Lichtpunkte wählen. Es gibt keinen Bühnenvorhang. Die Premiere findet am Samstag um 19:00 Uhr statt, die letzte Aufführung am Sonntag um 17:00 Uhr. Am Samstag kann jede Gruppe über eine Stunde lang ihre Bühneneinstellungen vornehmen, danach erfolgen Probe und Generalprobe. Zur Eröffnung der Begegnung wird dem Publikum ein professionelles kurzes Stück in Form einer Tanzkonferenz angeboten.
BEGRIFFE
– choreographisches Repertoirewerk: choreographisches Erbe
– Neuinterpretation: Arbeit an einem Werk, ausser Rekonstruktion
– Choreographin: Autorin des Werkes oder anerkannte/r Rechteinhaber*in
– Tanzgruppe: besteht aus mindestens fünf Teilnehmer*innen
– Gruppenleitung: Person in Verbindung mit danse, danza, tanz! und verantwortlich für den Ablauf, kann Teil der Tanzgruppe sein oder extern
– Coach: professionelle/r Künstler*in, leitet die Neuinterpretation künstlerisch und pädagogisch
– nationale Begegnung: findet an einem Wochenende, Samstag bis Sonntag, teilweise ab Freitagabend statt
– Aufführung: die ausgewählten Gruppen verpflichten sich, ihre Neuinterpretation zwei Mal während der Ausgabe zu zeigen
TEXT VOM GRUPPE UND CHOREOGRAPH*IN (500–1000 Zeichen jeweils) nach Bestätigung
– kurze Beschreibung des Originalwerkes, vollständige Daten (Dauer, Musik, Teilnehmer*innen, Tourneen, Theater…)
– kurze Beschreibung der künstlerischen Arbeit, speziell und allgemein, des/der Autor*in des Werkes
– kurze Beschreibung der Tanzgruppe mit den Namen der Teilnehmer*innen
– kurze Beschreibung des Neuinterpretationsprojekts (Prozess, Tempo, Fokus…)
– ein oder mehrere Bilder des Originals, frei für die Veröffentlichung
– Videoaufnahme des Originals, falls vorhanden
INFORMATION
DANSE SUISSE stellt frei zugängliche Unterlagen bereit zur Unterstützung der künstlerischen, pädagogischen und Vermittlungsarbeit:
– Code of Conduct für Tanzpädagog*innen
– Code of Conduct für Kulturvermittler*innen
– Fair Practices
ZUM ABSCHLUSS
Falls Sie Fragen zum Inhalt, Ablauf oder zu den Bedingungen können Sie uns jeder Zeit kontaktieren. Wir wünschen eine erfolgreiche Arbeit, freuen uns auf Ihre Vorschläge und danken für Ihr Engagement!
Struktur des Formulars zur Einreichung Ihres Projekts
(Das Formular zum ausfüllend wird Ihnen im Schritt 2 übergeben)
KONTAKT
Toma Péronnet / Präsidium und Leitung der Plattform danse, danza, tanz!
E-Mail: projet@dansedanzatanz.ch
Mobil: +41 (0)76 526 78 44

